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Glückloses Heimfinale auf großer Bühne

Vor 1.240 Zuschauern am Kuhberg unterliegt die OrangeAcademy Baunach nach Verlängerung mit 90:92 (82:82; 38:44) und braucht im Saisonendspurt nun mindestens einen Auswärtssieg, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Ein würdigeres Heimfinale hätte es kaum geben können. „Es war eine Schlacht“, so Baunachs Coach Mario Dugandzic nach dramatischen 45 Minuten, die alles boten: Eine große Bühne (1.240 Zuschauer), eine spektakuläre Ulmer Aufholjagd und den Nervenkitzel einer Verlängerung, nach der schließlich Baunach die Oberhand im Kellerduell hatte (90:92). „Am Ende waren beide Teams stehend K.O. Dennoch hat Baunach die Big Plays gemacht und wir nicht – das war der kleine Unterschied“, fasste Danny Jansson die Crunchtime zusammen, in der Gäste-Guard Chris Fowler mit zwei Korblegern groß auftrumpfte. Zuvor hatte die OrangeAcademy großes Herz gezeigt, sich im Schlussviertel – angetrieben von einer frenetischen Menge – von einem 10-Punkte-Rückstand zurückgekämpft und durch zwei Freiwürfe von Till Pape eine Overtime erzwungen (82:82). „Sehr großen Respekt an die Ulmer, die niemals aufgegeben haben – das war sehr tough“, lobte auch Baunachs Coach Dugandzic. Dessen Team zieht mit dem siebten Saisonsieg im Klassement an Ehingen (Bilanz: 7-21) und der OrangeAcademy (6-22) vorbei, die im Saisonendspurt nun noch auswärts punkten muss, um die Chance auf den Klassenverbleib zu wahren. 

Spielverlauf: Björn Rohwer war es, der den Ton setzte: Seinem Layup zur ersten Führung (7:5, 4. Minute) ließ er hinten einen Block folgen; als Till Pape dann den ersten Dreier einnetzte, war eine 9:0-Serie perfekt (12:5, 5.). Und der Lauf riss nicht ab: Während Baunach von außen ohne Rhythmus blieb (0/5 Dreier), erhöhten Krämer und Ferner auf 17:5 (7.). Anschließend fanden dann aber auch die Gäste ins Spiel und blieben bis Viertelende auf Schlagdistanz (25:19). Und dieser Trend setzte sich fort: Während Ulm gegen eine stärker werdende Baunacher Defense fünf Minuten lang ohne Feldkorb blieb, holten sich die Franken mit einem 2:12-Run die Führung (26:31, 14.). In einer nun zunehmend hitziger werdenden Partie wuchs auch der Ulmer Frust mit den Referees: Ein technisches und ein unsportliches Foul nutzt Baunach, um bis auf 29:39 davonzuziehen (18.). Joschka Ferner war es dann, der Ulm wieder Leben einhauchte: Die 5-Punkte-Serie des Forwards brachte die OrangeAcademy bis zur Halbzeit auf 38:44 heran. 

Und Ferner blieb Ulms Aktivposten: Mit weiteren vier Zählern brachte der 22-Jährige Ulm auf Tuchfühlung (43:45, 22.). Baunach hatte es in dieser Phase Louis Olinde (8 Punkte) zu verdanken, dass die Führung in Gästehand blieb (51:58, 27.). Für den „Turnaround“ fehlte es den Ulmern an Konstanz, Rebound-Stärke – und an etwas Glück: Erst tippte McDowell-White einen Ball in den Korb, dann drehte sich der letzte Baunacher Wurf des 3. Viertels gerade so in den Korb (57:67, 30.). Doch ebenso wenig wie Baunach davon ziehen konnte, gab Ulm sich auf: Beispielhaft war der Einsatz von Chrissi Philipps, der sich erst zum And-One durchtankte und dann ein Offensivfoul aufnahm. Als Krämer wenig später ein weiteres Drei-Punkt-Spiel verwertete, war Ulm dran (67:71, 35.) und die Kuhberghalle aus dem Häuschen. Damit kippte die Stimmung: Einem Mittmann-Dreier zum 70:71 (37.) ließ Rohwer die Ulmer Führung folgen (74:73, 38.). Damit war das Nervenspiel angebrochen: Nachdem Wolf Baunach in Front gebracht hatte, blieb Pape an der Freiwurflinie cool und traf mit 2 Sekunden Restzeit beide Würfe zum 82:82.

Die Verlängerung eröffnete Baunach mit einer 5:0-Serie, die Pongo mit vier Zählern zum 86:87-Anschluss konterte. Doch die Big Buckets blieben den Franken und Chris Fowler vorbehalten: Mit zwei Abschlüssen setzte der erfahrene US-Guard den Score 20 Sekunden vor Schluss auf 86:91 – die Vorentscheidung im Abstiegskrimi.

Quotes
Danny Jansson (Head Coach OrangeAcademy): „Am Ende waren beide Teams stehend K.O. Dennoch hat Baunach die Big Plays gemacht und wir nicht – das war der kleine Unterschied. Trotzdem bin ich stolz darauf, wie wir heute gekämpft haben. Unsere Intensität war über weite Strecken sehr gut. Trotzdem ist es ärgerlich, dass wir fast 50 Rebounds abgegeben haben. Wir haben jetzt noch zwei Spiele und es ist immer noch möglich, mit Ehingen und Baunach gleichzuziehen. Daher liegt unser voller Fokus jetzt auf dem Spiel in Heidelberg.“

Es spielten: David Krämer (24 Punkte, 8 Rebounds), Joschka Ferner (22, 6), Marcell Pongo (15, 14 Assists), Nils Mittmann (8, 7 Rebounds), Till Pape (7), Christoph Philipps (6), Björn Rohwer, Nico Bretzel (4), Marius Stoll, Nico Möbus, Jason George.

Foto: Langer.