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„Dog Fight“ geht an der Dreierlinie verloren

Die Durststrecke dauert an: Bei der 65:58-Niederlage in Hanau ist die OrangeAcademy bis zur 32. Minute in Führung, scheitert am Ende aber vor allem an der eigenen Dreierquote. „Trotzdem stimmt mich unser Auftritt positiv für das Heimspiel gegen Hamburg“, so Danny Jansson.

Die OrangeAcademy muss im Abstiegskampf der Zweiten Liga weiter auf ein Erfolgserlebnis warten. Beim 65:58 in Hanau präsentierte sich das Ulmer Team am Freitagabend gegenüber den Vorwochen verbessert und lieferte dem Playoff-Anwärter das, was man im Basketball einen „Dog Fight“ nennt: einen Kampf auf Biegen und Brechen. „Zuletzt hatten wir Probleme mit unserer Energie. Das war heute nicht der Fall – wir sind super gestartet und haben in jeder Minute gehustlet“, bilanzierte David Krämer, der selbst bei zwei Rettungstaten in die Werbebanden gehechtet war. Doch am Ende „war Hanau etwas erfahrener“ (Krämer) – und zeigte sich nervenstärker: Denn während bei den Gästen nach der 45:47-Führung (32. Minute) sechs Minuten lang kein Wurf fallen wollte, setzten sich die White Wings auf 56:48 ab. Vor allem von der Dreierlinie war der Korb im Schlussviertel (0/10 – insgesamt 3/29) wie vernagelt. „Wenn wir annähernd normal getroffen hätten, hätten wir dieses Spiel wahrscheinlich gewonnen“, so Danny Jansson. „Dennoch hat es heute endlich wieder Spaß gemacht. Dieser Auftritt stimmt mich positiv für Sonntag und das Heimspiel gegen Hamburg“, so der Ulmer Head Coach.

Spielverlauf: Die Bedeutung der Partie war beiden Teams anzumerken – wobei die OrangeAcademy besser loslegte. Rückkehrer David Krämer fügte sich mit zwei erfolgreichen Abschlüssen zum 0:4-Start ein; gegen eine umsichtige Ulmer Defense gelang den WHITE WINGS erst nach vier Minuten ein Korb (3:4). Und genauso ging es weiter: Ein Low-Scoring-Viertel endete nach einem traumhaften Anspiel von Pongo auf Bretzel mit einem 13:13. Und die Schwaben legten weiterhin alles rein – erkennbar am Einsatz von Krämer, der bei einer Rettungstag wagemutig in die Bande sprang. Als dann kurz darauf Joschka Ferner seinen zweiten Dreier versenkte, war Ulm wieder obenauf (20:21, 15.). Doch während den Gästen in der Folge die Treffsicherheit abhanden kam, konnte sich Hanau auf Till Jönke verlassen: Mit 10 Punkten und dem Buzzerbeater zum 31:27 war der Ex-Ulmer der Mann der ersten Hälfte.   

Und Hanau kam „sharp“ aus der Kabine: Zwei Dreier sorgten nach nur zwei Minuten für den bis dato höchsten Ulmer Rückstand (39:30, 22.). Doch das Jansson-Team blieb dran: Obwohl von außen (2/16) fast nichts fiel, waren die Gäste nach einem Mittmann-Treffer wieder gleichauf (39:39, 26.), und als Ferner Philipps mustergültig bediente, wechselte die Führung die Seiten (40:41, 28.). Doch es blieb dabei: Wirklich Fahrt konnte kein Team aufnehmen. Während bei Ulm der Dreier-Bann nicht brechen wollte, mauserte sich Hanau wieder zur Führung (50:49, 33.). Es wurde nun eine Nervenschlacht, in der Ulm vor allem einen Gegner hatte: die Dreierlinie. Während schön herausgespielte Würfe von Pape, Ferner und Pongo nicht fallen wollten, rissen die Hausherren mit einem 11:0-Lauf das Ruder herum. Erst nach sechs Minuten beendete Pape mit einem Freiwurf die Durststrecke – da war Hanau bereits auf 56:48 davongezogen (38.). Obwohl das Ulmer Team auch in den Schlussminuten hustlete, blieb der Korb wie vernagelt.

Quotes
Danny Jansson (Head Coach OrangeAcademy): „Auch wenn wir verloren haben und die Niederlage weh tut: Es hat heute endlich wieder Spaß gemacht! Wir haben alles investiert, gut verteidigt und sind – auch in schwierigen Phasen – als Team zusammengeblieben. Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, dass wir das Spiel wahrscheinlich gewonnen hätten, wenn wir annähernd normal von der Dreierlinie geworfen hätten. Trotzdem stimmt mich dieses Auftritt sehr positiv für Sonntag und das Heimspiel gegen Hamburg.“

Es spielten: Joschka Ferner, David Krämer (je 14 Punkte), Björn Rohwer (10), Till Pape (9, 10 Rebounds), Christoph Philipps (4), Nils Mittmann (3, 8 Rebounds), Marcell Pongo, Nicolas Bretzel (2), Nicolas Möbus, Marius Stoll.

Foto: Langer/Archiv.