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Nuancen fehlen zum Auswärtsglück

Die OrangeAcademy kontrolliert in Paderborn eine Halbzeit lang das Geschehen. Ein schwaches drittes Viertel macht bei der knappen 89:84 (30:35)-Niederlage letztlich den Unterschied.

Dass Basketball ein „game of runs“ ist, konnten die Zuschauer in der Paderborner Maspernhalle am Samstagabend wieder einmal bezeugen. Zunächst war da ein überraschender 5:20-Start der OrangeAcademy, die auch ohne Joschka Ferner und Nico Möbus selbstbewusst und treffsicher auftrat und die komplette erste Hälfte in Führung lag (30:35). Zu Beginn des zweiten Durchgangs drehten die gastgebenden Uni Baskets Paderborn den Spieß dann aber um und übernahmen mit einem 30-Punkte-Viertel die Führung. In den Schlussminuten einer abwechslungsreichen Partie machten die Gäste dann aus einem 80:72-Rückstand noch einmal ein 1-Punkt-Spiel (85:84) – doch den längeren Atem und etwas mehr Glück hatte, wie schon im Hinspiel, Paderborn. „Wir haben heute wirklich gekämpft und uns immer wieder ins Spiel zurückgebissen“, hob Danny Jansson nach der 89:84-Niederlage positiv hervor. Den Knackpunkt im Spiel hatte der Ulmer Head Coach aber ebenfalls schnell ausgemacht: „Leider haben wir in der zweiten Hälfte 59 Punkte zugelassen – das ist viel zu viel.“

Spielverlauf: Ein Ulmer Traumstart war perfekt, als Nils Mittmann nach drei Minuten per Drei-Punkte-Wurf das 7:0 herstellte. Und speziell von außen lief es für die Gäste: David Krämer und Jason George mit seinem ersten ProA-Dreier erhöhten weiter auf 2:13 (5.). Erst nach dem 5:20 durch Björn Rohwer (9.) kam etwas Sand ins Ulmer Getriebe, was die Gastgeber nutzten, um bis zum Viertelende auf 12:20 zu verkürzen. Nach einem kurzen Durchhänger – den Paderborn zum 16:20-Anschluss nutzte – bekam das Jansson-Team die Partie Mitte des zweiten Durchgangs aber wieder in den Griff: Ein 7:0-Lauf, hinter den Krämer per Slam-Dunk ein spektakuläres Ausrufezeichen setzte, stellte den Spielstand auf 16:27 (15.). Gegen eine dicht stehende Baskets-Verteidigung suchten die Ulmer ihr Heil nun häufig aus der Distanz, was teils gelang, insgesamt aber Paderborn in die Karten spielte: Denn nach einem Last-Second-Dreier durch Devonte Brown waren die Westfalen beim Gang in die Pause wieder im Spiel (30:35).

Und Paderborn setzte nach: Mit zwei Dreiern verkürzten die Hausherren nach der Halbzeit auf 42:44 (23.), und zwei leichte Korbleger sorgten dann für den ersten Führungswechsel (46:44, 25.). Von da an ging es auf Augenhöhe weiter – bis das Momentum kurz vor Viertelende endgültig den Baskets zufiel, die sich mit zwei Drei-Punkt-Spielen auf 60:54 absetzten. Zu Beginn des Schlussabschnitts brachten fünf Rohwer-Punkte die Academy wieder auf 60:59 heran – doch die Gäste konnten den Bock nicht umstoßen: Immer, wenn Ulm nun punktete, antwortete Paderborn eiskalt; nach einer strittigen Szene, die mit einem Technischen Foul für Nils Mittmann endete, saßen die Baskets mit vier Minuten auf der Uhr wieder fest im Sattel (80:72). Doch entschieden war damit noch nichts: Vier schnelle Punkten brachten Ulm auf 80:76 heran, und als Marcell Pongo erst einen Dreier einnetzte und 20 Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie cool blieb, roch es in der „Maspernhölle“ nach einem Last-Minute-Comeback (80:79). Doch Paderborn gab sich im finalen Freiwurf-Wettbewerb ebenfalls keine Blöße.

Quotes
Danny Jansson (Head Coach OrangeAcademy): „Wir haben heute wirklich gekämpft und uns immer wieder ins Spiel zurückgebissen. Leider haben wir in der zweiten Hälfte 59 Punkte zugelassen – das ist viel zu viel. Ich war mit unserem Start sehr zufrieden, die Energie und Konzentration haben gestimmt. Im dritten Viertel haben wir Paderborn leider zu viele offene Dreier erlaubt, und auch die 13 Freiwurf-Versuche, die Paderborn mehr hatte als wir, haben weh getan. Jason George ist heute für die fehlenden Spieler in die Bresche gesprungen und hat vor allem defensiv die Leistung gezeigt, die wir aus dem Training von ihm kennen.“

Es spielten: David Krämer (19 Punkte), Marcell Pongo (18, 7 Assists), Björn Rohwer (18), Nils Mittmann (12), Jason George (9), Till Pape (4), Christoph Philipps, Nicolas Bretzel (2), Marius Stoll, Timo Lanmüller.

Foto: Langer/Archiv.