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Auf Mittmann-Show folgt Einbruch

Ohne die verletzten Marcell Pongo und Nico Bretzel baut die OrangeAcademy nach einer starken ersten Hälfte ab und verliert am Ende gegen die RheinStars Köln mit 63:91 (44:41).

Die RheinStars Köln bleiben ein undankbarer Gegner für die OrangeAcademy: Nach der 68:51-Niederlage im Hinspiel gingen die Ulmer Korbjäger im Rückspiel am Freitagabend erneut mit hängenden Köpfen vom Parkett. Bei der 63:91-Niederlage hatte die Mannschaft von Danny Jansson vor 880 Zuschauern am Kuhberg nur eine Halbzeit lang (44:41) auf Augenhöhe spielen können. In der zweiten Halbzeit fehlte es den Ulmern – die ohne die verletzten Marcell Pongo und Nico Bretzel antraten – dann aber an Struktur im eigenen Spiel, um dieses Level halten zu können. „Wir haben nach der Pause stark abgebaut und konnten Köln auch in Sachen Intensität nicht mehr viel entgegensetzen“, so Kapitän Nils Mittmann, der 17 seiner 19 Zähler – darunter fünf teils spektakuläre Dreier – in der ersten Hälfte erzielt hatte. „Köln ist sehr aggressiv aus der Halbzeit gekommen. Ihr 11:2-Lauf hat im Prinzip das Spiel entschieden; so etwas darf uns nicht passieren“, so Coach Danny Jansson über die Schlüsselphase nach der Pause, in der aus einer 44:41-Führung binnen zwei Minuten ein 46:52-Rückstand wurde.

Spielverlauf: Ohne Spielmacher Marcell Pongo tat sich Ulm schwer, in die Partie zu finden. Köln nutzte die Unsicherheit der Gastgeber und zog nach einem 5:5-Start kontinuierlich auf 5:16 (6. Minute) und 7:21 (7.) davon. In dieser Phase, in der auf Ulmer Seite auch der 17-jährige Edward Reisig erste ProA-Luft schnupperte, konnte sich die Jansson-Truppe aber auf einen verlassen: Nils Mittmann sorgte mit 8 Zählern dafür, dass Köln in Sichtweite blieb (18:30). Ins zweite Viertel startete die OrangeAcademy dann wie verwandelt: Mehr Galligkeit in der Defensive, mehr Tempo in der Offensive und zwei Rohwer-Dreier brachten Ulm binnen 90 Sekunden auf 26:32 heran (12.). Als Nachwuchscenter Mate Fazekas 5 weitere Zähler nachlegte und Mittmann seinen dritten Dreier erzielte, war das Spiel im Eilverfahren wieder ausgeglichen (34:34, 15.). Und dann drehte Mittmann die Uhr endgültig um ein paar Jahre zurück: Mit seinen Dreiern 5 und 6 sicherte der 38-Jährige seinem Team die 44:39-Führung (40.). Nachdem Köln noch um zwei Punkte hatte verkürzen können, ging es mit einem 44:41 in die Kabine.

Doch nach dem Seitenwechsel schlug das Pendel rasch in die andere Richtung aus: Mit mehr Aggressivität und einigen leichten Abschlüssen startete Köln einen 11:2-Lauf, den Danny Jansson beim Stand von 46:52 schließlich mit einer Auszeit stoppte (22.). Doch der offensive Flow war nun dahin: Drei Ulmer Ballverluste und zwei strittige unsportliche Fouls nutzte Köln, um sich bis auf 50:65 abzusetzen (30.). Während den Gastgebern merklich eine ordnende Hand im Spiel fehlte, trieb die RheinStars weiter das Momentum voran: Ein Dreier sowie ein krachender Dunk von Ex-BBL-Profi Keith Ramsey hoben die Führung der Kölner erstmals auf 20 Zähler an (50:70). Und als Scharfschütze Alex Foster dreimal in Folge von außen traf, war der Ulmer Rückstand auf 54:82 angewachsen (35.). Eine Situation, die immerhin noch dem 16-jährigen Zach Ensminger einen kleinen persönlichen Erfolg respektive seine ersten ProA-Minuten bescherte.

Quotes
Danny Jansson (Head Coach OrangeAcademy): „Köln ist sehr aggressiv aus der Halbzeit gekommen. Ihr 11:2-Lauf hat im Prinzip das Spiel entschieden; so etwas darf uns nicht passieren. Wir haben für einige Zeit aufgehört zu verteidigen und hatten zusätzlich große Probleme in der Offensive. Marcell Pongo hat uns sehr gefehlt, aber ich bin auch stolz auf Eddy Reisig, der dadurch direkt viel spielen musste und als einer von nur zwei Spielern einen positiven Plus-Minus-Wert hatte.“ 

Es spielten: David Krämer (20 Punkte), Nils Mittmann (19), Björn Rohwer (8), Mate Fazekas, Nico Möbus (je 5), Till Pape (4), Joschka Ferner (2), Marius Stoll, Christoph Philipps, Edward Reisig, Zach Ensminger, Timo Lanmüller.

Foto: Langer/Archiv.