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Start in ein neues Basketball-Zeitalter

Der 3. Oktober 2012 wird in die Geschichte des Ulmer und Weißenhorner Basketballs eingehen. Denn am diesjährigen Nationalfeiertag starten die Weißenhorn Youngstars in ihre erste ProB-Saison. Nach einer umfassenden Umstrukturierung im Sommer werden die Youngstars ab dieser Spielzeit anstelle der BG Illertal-Weißenhorn in der zweiten Basketball-Bundesliga auf Punktejagd gehen. Gleich in der ersten Partie treffen sie dabei auf ein Team, das den meisten Fans noch bestens bekannt sein dürfte: Der langjährige Regionalligarivale Konstanz ist zurück in der ProB - nach dem direkten Wiederaufstieg möchte sich die Mannschaft vom Bodensee in dieser Saison in der ProB etablieren.

Alle Jahre wieder: Schon beim ersten ProB-Aufstieg der Konstanzer vor zwei Jahren mussten die Weißenhorner zum Saisonauftakt an den Bodensee fahren. Nach einer intensiven Begegnung, die an Spannung kaum zu überbieten war, setzten sich die damaligen Panthers am Ende hauchdünn mit 79:75 durch. Topscorer und bester Mann auf Konstanzer Seite war Guard Marcel Heberlein, der nur vier Monate später nach Ulm wechselte. Am Mittwoch wird der 22-Jährige zum ersten Mal für Weißenhorn in der Schänzle-Halle spielen. "Es wird sicher ein besonderes Spiel für Marcel. Er hatte eine sehr erfolgreiche Zeit am Bodensee und wird am Mittwoch direkt auf seinen Bruder Sandro treffen, der dem Konstanzer Kader angehört", weiß Artur Kolodziejski, der sportliche Leiter der Youngstars. Neben Heberlein soll nach derzeitigem Stand auch Doppellizenzspieler Till Jönke mit nach Konstanz fahren. Kolodziejski: "Daniel Theis und Kay Gausa werden dagegen mit Ulm auswärts in Braunschweig antreten." Fehlen werden den Youngstars Forward Femi Oladipo (Knieprobleme) und Center Andreas Wenzl, der am Knie operiert wurde und noch mehrere Monate ausfallen wird.

Lange Zeit war es mehr als fraglich, ob die Konstanzer diese Saison überhaupt am Spielbetrieb der jungen Liga teilnehmen werden. Sportlich hatte der Verein als Meister der Regionalliga Südwest zwar die Qualifikation für die ProB in der Tasche, finanziell sah es aber sehr dunkel aus. Bereits wenige Tage nach Ende der vergangenen Saison mussten die Baskets mehrere Hiobsbotschaften bekannt geben: Der Hauptsponsor zog sich zurück, andere Partner reduzierten ihr Engagement. In einer großen Rettungsaktion kämpften die Verantwortlichen und Fans gegen das Aus des Konstanzer Basketballs. Eine Werbekampagne wurde gestartet und das Management setzte alles daran, möglichst viele Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft zu gewinnen. Mit Erfolg. Die Konstanzer fanden einige neue Partner und Sympathisanten, die sie in den schwierigsten Monaten der Vereinsgeschichte unterstützten. Von der Liga erhielten sie die ProB-Lizenz schließlich ohne Auflagen.

Als Krönung der Retter-Aktion konnte der Verein am vergangenen Mittwoch mit "ifm electronic" einen neuen Namenssponsor verkünden. Angestrebt wird eine langfristige Partnerschaft, mit dem Ziel, mittelfristig in die ProA aufzusteigen. Zunächst möchten sich die Konstanzer aber in der ProB etablieren. Einer, der dabei helfen soll, ist Center Robinson Louisme, dessen Vertragsverlängerung erst nach der Verpflichtung des neuen Namenssponsors möglich war. Louisme, der in der vergangenen Spielzeit zum Spieler des Jahres der Regionalliga Südwest gewählt wurde, soll noch rechtzeitig zum Spiel gegen Weißenhorn in Konstanz eintreffen. Für Erfahrung im Team sollen die langjährigen Leistungsträger Peter Leidig und Lars Menck sorgen, die zusammen auch das Kapitänsamt bekleiden. Neben Louisme wird Point Guard Oumar Sylla, der ebenfalls schon vergangene Saison zum Kader gehörte, die Ausländerpositionen besetzen. Youngstars-Coach Tim Lewis: "Konstanz verfügt über ein erfahrenes Team, das aus der vergangenen Saison noch sehr gut eingespielt ist. Wir müssen uns auf eine schwierige Aufgabe einstellen."

Im Gegensatz zu Konstanz wird Weißenhorn ohne einen einzigen Amerikaner in die Saison starten. "Wir haben viele junge und talentierte Spieler, die alle im Training gut mitziehen und erfolgshungrig sind. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft in der derzeitigen Besetzung eine gute Rolle in der ProB spielen kann", sagt Youngstars-Coach Tim Lewis. Mit den Testspielen konnte der 44-Jährige größtenteils zufrieden sein: Die Youngstars gewannen ein internationales Turnier in Dornbirn und besiegten den Ligakonkurrenten Nördlingen. Dem Briten ist aber durchaus bewusst, dass die Vorbereitungspartien nicht überbewertet werden sollten und sich erst ab Mittwoch zeigen wird, wie viel Potenzial tatsächlich in der Mannschaft steckt. Klare Vorstellungen hat Lewis in Sachen Spielphilosophie: "Ich lege viel Wert auf ein schnelles, aber kontrolliertes Spiel. Von jedem Spieler erwarte ich, dass er die nötige Aggressivität an den Tag legt und 40 Minuten Vollgas-Basketball spielt." Ein kämpferischer Auftritt wird in Konstanz auch notwendig sein, denn vor mehr als 1.000 Zuschauern werden die Baskets alles in die Waagschale werfen, um nach der einjährigen ProB-Abstinenz und den finanziellen Schwierigkeiten ein sportliches Ausrufezeichen zu setzen. "Wir müssen konzentriert an die Sache herangehen und dürfen uns auf keinen Fall von der Atmosphäre einschüchtern lassen. Es ist doch toll, wenn man vor einer großen Kulisse und nicht in einer halbleeren Halle spielt ", so Kolodziejski.